Metamorphus

Schäfchenwolken

Ben ging die Straße entlang, vorbei an urigen Teeläden und altehrwürdigen Schneiderein, eingehüllt in einen dicken Mantel und die Abgase der Taxis. In der Hand hielt er sein Mittagessen; ein abgepacktes Sandwich und einen Apfel. Im gefiel es hier. Er mochte die lärmende Stadt mit ihrem hektischen Treiben, die vor Kultur und Geschäftstüchtigkeit nur so überschäumte. Er liebte es, in der Anonymität der Menschenmenge unterzugehen und im Universum blinkender Reklamen und pulsierender Verkehrsadern zu versinken. Doch für den Moment brauchte er Ruhe, er hatte im Geschäft zu viel um die Ohren und wollte in seiner Pause ein wenig frische Luft. So atmete er tief durch und ging den Gehweg entlang Richtung Park.

Es war eine kleine Grünfläche im Schatten einer Kirche. Schüler saßen in Grüppchen zusammen, ein kauziger, alter Mann hockte Pfeife paffend und zeitungsblätternd neben einem Erdbeerbaum und auf der Bank zupfte jemand leise an einer Gitarre. Gläserne Hochhäuser umrahmten die Szenerie, auf der Straße fuhr knatternd ein Motorrad vorbei. Ben musste schmunzeln. Er legte sich auf die Wiese, breitete die Arme aus und blickte in den Himmel, und es war ihm, als würde das gräserne Kissen all die Sorgen und Termine aus seinem Kopf hinab ins Erdreich ziehen und er fühlt sich so leicht wie eine der Schäfchenwolken über ihm.

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